FlyRider

FlyRider VTOL

Die Vision

Seit jeher träumen die Menschen vom Fliegen. Das Flugzeug hat diesen Traum Realität werden lassen, allerdings für die meisten von uns nur als Massentransportmittel für weite Strecken. Bis heute gibt es keine wirklich universell einsetzbaren Fluggeräte für den täglichen Gebrauch. Das liegt vor allem daran, dass Flugzeuge lange Rollwege für Start und Landung benötigen, diese aber nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. Wie viel praktischer wäre es, wenn man so gut wie überall starten und landen könnte?

Herausforderung VTOL

Um ein Fluggerät überall betreiben zu können, muss es senkrecht starten und landen können. Das Problem VTOL (Vertical Take-Off and Landing, auf Deutsch "Senkrechtstart- und Landung") beschäftigt schon ganze Generationen von Ingenieuren. Trotz vieler Konzepte und Prototypen hat sich bis heute weitgehend nur der Hubschrauber durchgestzt.


Ist FlyRider nun ein weiterer Hubschrauber? Keinesfalls. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag. Technisch haben beide Fluggeräte nur die Drehflügel gemeinsam. Hubschrauber sind technisch extrem komplexe Fluggeräte, vor allem der Rotorkopf ist aufgrund der zyklischen und kollektiven Blattverstellung sehr teuer und wartungsaufwändig. FlyRider kommt ohne diese aufwändigen Techniken aus, die FlyRider Rotoren sind letzlich nur senkrecht montierte Propller (fixed pitch).

Die Technik

FlyRider funktioniert nahezu genau so, wie das rechts abgebildete Spielzeug. Durch unterschiedliche Drehzahlen an den Rotoren vorne und hinten kann das gesamte Fluggerät nach vorne / hinten gekippt und damit in Flugrichtung beschleunigt oder abgebrenst werden. Um das Fluggerät insgesamt kompakter auslegen zu können, wird der kleine Rotor beim FlyRider vor dem Piloten angeordnet. Nur so ist die sehr geringe Rumpflänge von nur 2,4 Metern (ohne Rotoren) möglich. Eine geringe Größe war eines der wichtigesten Ziele beim FlyRider Entwurf: Die Unterbringung soll in einer normalen Garage möglich sein, der Transport auf einem kleinen Anhänger erfolgen können.


Die Steuerung der Gierachse (links / rechts) erfolgt durch Kippen des Frontpropellers durch den Piloten (über Pedale). Die Rollachse wird nicht gesteuert sondern passiv durch Kreiselkräfte im Rotorsystem stabilisiert. Ein dynamischer Kurvenflug (Schräglage des Fluggerätes) sowie seitliche Flugbewegungen sind somit nicht vorgesehen.


Der Antrieb erfolgt durch handelsübliche Verbrennungsmotoren, ein Motor mit 26 PS treibt den vorderen Propeller an, der Hauptrotor wird durch einen 50 PS Motor angetrieben. Dieser ist als Koaxialrotor ausgelegt. Damit werden zwei wichtige Probleme gelöst: Durch die gegenläufige Drehrichtung der beiden Rotoren wird das entstehende freie Drehmoment exakt ausgeglichen, ein Drehmomentausgleich wie bei konventionellen Hubschraubern ist unnötig. Vor allem aber vermeidet man den asymmetrischen Auftrieb im Vorwärtsflug, der sonst nur durch die zyklische Blattverstellung kompensiert werden kann.


Vergleich FlyRider / Hubschrauber

Wie unterscheiden sich nun die Flugeigenschaften von FlyRider und Hubschrauber? Beide können senkrecht starten und landen - das ist ihre wichtigste Eigenschaft. Hubschrauber können eine wesentlich höhere Vorwärtsgeschwindigkeit und viel größere Höhen erreichen, sie können Kurven dynamisch (Last > 1g) fliegen. Und sie können seitwärts gesteuert werden und somit auch bei Seitenwind exakt über einer Stelle schweben, das alles geht mit FlyRider nicht.


FlyRider ist somit keine wirkliche Konkurrenz zum Hubschrauber, sondern ein kompaktes, einfaches und kostengünstiges VTOL Fluggerät für den privaten Gebrauch. Die Reduktion auf einfachste flugdynamische Eigenschaften ("low & slow") erlaubt ein einfacheres und kostengünstigeres Design.

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